Aufwändiger Umzug der Intensivstation ins neue OP-Zentrum

DORTMUND Ein Umzug ist immer stressig. Wenn eine ganze Krankenhausstation umzieht, ist es erst recht nervenaufreibend. Am Samstag hat das Personal des Dortmunder Klinikums die Intensivstation vom Altbau in das im März eröffnete Zopf (Zentrales OP- und Funktionszentrum) verlegt. Inklusive der 17 Patienten.

Von Marie Denecke

Es ist 8.30 Uhr. Auf der alten Intensivstation ist es warm. Und hektisch: Menschen in grünen und weißen Kitteln laufen auf und ab, Gummisohlen quietschen auf dem Boden, der sowieso schon schmale Korridor ist vollgestellt mit Beatmungsgeräten, Rollcontainern voller Medikamente und stählernen Transportwägelchen, auf denen sich Schläuche, Gummihandschuhe und Blutdruckmessgeräte häufen.

Wenn hier ein Patientenbett in Richtung Fahrstuhl geschoben wird, müssen die Schwestern aufpassen, damit nirgendwo anzustoßen – viel Platz ist nicht. Die längste Strecke auf dem Transportweg ist die sogenannte Brücke, ein langer Verbindungsweg zwischen altem und neuem Klinik-Teil. Patientenbetten und Gegenstände, die in die neue Intensivstation kommen, schieben Schwestern und Ärzte über diese Brücke. Seit 6 Uhr morgens.

Schneller als gedacht

Am schnellsten muss das natürlich bei den Patienten gehen. 15 Minuten haben Ärzte und Pfleger pro Patient eingeplant. Eine Viertelstunde, um den Patienten transportfertig zu machen, seine benötigten Pflegemittel auf ein Wägelchen zu laden, Bett und Wägelchen aus der alten Intensivstation in den Fahrstuhl zu schieben, im Erdgeschoss raus aus dem Fahrstuhl, über die Brücke, in den Neubau, hinein in den Fahrstuhl, in den zweiten Stock, und ins neue Zimmer des Patienten.

Doch an diesem Samstagmorgen zeigt sich: Das Personal des Dortmunder Klinikums ist so schnell, dass diese 15 Minuten oft nicht einmal benötigt werden. „Es geht viel schneller als gedacht“, sagt Dr. Benno Koch. Wie alle Menschen, die an diesem Tag mit der Organisation betraut sind, trägt er eine neongelbe Weste, auf der seine Funktion steht: Leitender Arzt. Neurologie.

Zentrale Überwachung

Die Patienten der Intensivstation benötigen ständige Überwachung und Betreuung, manche etwa müssen künstlich beatmet oder ihre Herztöne müssen überwacht werden. Die Geräte hierfür sind tragbar und liegen während der Verlegung links und rechts auf der Bettdecke – ein Hightech-Transport.

Das passt auch ganz gut zum neuen Zopf: In der neuen Intensivstation sind die Flure breit, die Zimmer hell, die Fenster groß. 36 Betten gibt es hier, Zweier- und Viererzimmer. In der Mitte der Intensivstation gibt es einen Stützpunkt, von dem aus die Schwestern die Herzschläge aller Patienten auf Monitoren überwachen. Allerdings ist noch an vielen Ecken zu sehen, dass die Station gerade erst bezogen wurde: Der Boden ist in vielen Gängen noch abgeklebt, es riecht nach Schreiner- oder Malerarbeiten.

Weitere Umzüge folgen

In den schon belegten Zimmern geht derweil der normale Betrieb weiter: Es ist 9.30 Uhr, die Patienten werden gewaschen. Der Umzug folgt einem genauen Ablaufplan: Seit Donnerstag hat das Personal die Einrichtungsgegenstände, Computer, Drucker und so weiter eingepackt und in den Neubau gebracht. Am Samstag wurden die neuen OPs eingerichtet – sie sollen ab Montag wieder im Normalbetrieb laufen, für Not-OPs standen sie auch schon am Wochenende zur Verfügung. „OP und Intensivstation seien am schwersten zu verlegen“, sagt Klinikum-Mitarbeiterin Sabrina Göbel.

Verwendung für Kleinigkeiten wie etwa Deckenlampen, die im alten Trakt bleiben, wird es geben: Hier soll nach einem kleineren Umbau die Neurologie einziehen, inklusive Stroke Unit (Schlaganfallstation), erzählt Koch. Noch warten außerdem andere Umzüge auf die Belegschaft des Klinikums: Als letzte Station ziehen die Frauenklinik und ein Teil der Kinderklinik im August ins Zopf.

Die digitale Zeitanzeige im Gang der neuen Intensivstation zeigt kurz vor 10 Uhr an: Die Patientenverlegung ist geschafft. Den letzten Patienten haben ein Arzt und zwei Schwestern gerade in Richtung Fahrstuhl transportiert. Die alte Intensivstation ist Geschichte.

Veröffentlicht in den Ruhr Nachrichten am 20.05.2011. Den vollen Artikel gibt es hier.

Advertisements

Willkommen im Schaumburg der Superlative

Von Marie Denecke

Schaumburg gibt es zweimal auf der Welt: in Niedersachsen und im US-Staat Illinois. Seit gut drei Jahrzehnten ist der Austausch zwischen den Kommunen rege und kreativ – und die Zeit als Schaumburger in Schaumburg, USA, eine Erfahrung, die einen so bald nicht mehr loslässt. Ein Erfahrungsbericht.

Ist man als deutscher Schaumburger zu Gast bei Einwohnern der Stadt Schaumburg im US-Bundesstaat Illinois, dauert es nicht lang, bis die Fragen kommen: Wart ihr schon einmal in den USA? Welchen Ruf haben Amerikaner in Deutschland? Sprechen alle Deutschen so gut Englisch? Was haltet ihr von unserem Präsidenten?

Hoch und höher: Gilt für Schaumburgs Feuerwehrautos wie für die Stadt selbst. Fotos: M.Denecke

Hoch und höher: Das gilt für Schaumburgs Feuerwehrautos genauso wie für die US-Stadt selbst. Fotos: M.Denecke

Und ab und zu muss man auch unwillkürlich lächeln; da wird schon mal gefragt, ob in Deutschland auf der linken Straßenseite gefahren wird. Man wird den Eindruck nicht los, dass Deutschland für vermeintlich weitverbreitete Merkmale wie Kopfsteinpflaster und Lederhosen genauso gemocht wird wie für seine Autos und seine Ingenieurskunst. Dass das Deutschlandbild vieler Amerikaner eher einem Märchenbuch denn der Realität gleicht, sollte allerdings schnell zu verzeihen sein: Schließlich ist man vom deutschen Schaumburg aus in rund sieben Autostunden in Paris, während man vom amerikanischen Schaumburg aus nach rund sieben Stunden gerade mal in Nashville, Tennesse, ist. Die Dimensionen sind da also ganz, ganz andere als bei „uns“.

Doch trotz oder vielleicht gerade, weil manche Amerikaner ihren Kontinent oder gar ihr Land noch nie in ihrem Leben verlassen haben, bringen sie den deutschen Besuchern eine Gastfreundschaft entgegen, wie man sie hier wohl lange suchen müsste: Natürlich kannst du mein Auto benutzen, hier ist der Schlüssel zu meinem Haus, der Kühlschrank ist voll, bedien dich. Ist man gemeinsam essen oder einkaufen, muss man regelrecht eine Debatte lostreten, um auch mal selbst etwas zahlen zu dürfen.

150 Jahre alt – für Amerika biblisch, für Deutschland neuere Geschichte

Rund 150 Jahre ist die Geschichte der Stadt Schaumburg alt, für US-Standard biblisch, für Deutsche eher neuere Geschichte. Als im Jahr 1840 die ersten deutschen Aussiedler in die gerade frisch zur Besiedlung freigegebene Gegend kamen, hieß die Stadt noch „Sarah’s Grove“. Die Überlieferung will es, dass 1851, während einer Einwohnerversammlung, über einen neuen Stadtnamen gestritten wurde – bis ein Friedrich Nerge, ursprünglich aus Reinsdorf bei Apelern, mit der Faust auf den Tisch schlug und rief: „Schaumburg schall et heiten!“

Seitdem hat sich freilich eine Menge getan in der 75 000 Einwohner zählenden Stadt, die rund eine Autostunde von der drittgrößten Stadt der USA, Chicago, entfernt liegt.

Schaumburg liegt bei Chicago. Und mitten in Chicago liegt das bekannte Kunstwerk "The Bean".

Schaumburg liegt bei Chicago. Und mitten in Chicago liegt das bekannte Kunstwerk „The Bean“.

Wer verstehen will, wie dieses Schaumburg funktioniert, der sollte die Stadtbücherei aufsuchen. Nicht nur, um sich ein Buch über die Geschichte der Stadt auszuleihen, sondern, um den Bestand an Büchern, Hörbüchern, DVDs, CDs, Schallplatten und digitalen Dateien, der insgesamt über zehn Million Euro wert ist, zu bestaunen.

Auch wenn die amerikanische Wirtschaft immer noch am Boden liegt, sich die Immobilienpreise im Keller befinden, während sich Arbeitslosenzahlen und Benzinpreise auf nie gekannten Höchstniveaus befinden, geht es Schaumburg noch vergleichsweise gut. Die Zentrale des Elektronikkonzerns Motorola sitzt dort, mit der „Woodfield Mall“ ist dort die fünftgrößte Einkaufsstraße des Landes angesiedelt, in der derzeit 285 Geschäfte zu finden sind – in direkter Nachbarschaft zu mehreren Outlets und Einkaufszentren. Weiterer großer Anziehungspunkt ist das Einrichtungshaus IKEA, das hier vor rund zehn Jahren eine der ersten Filialen der USA eröffnete.

Dieses in Schaumburg angesiedelte Gewerbe bekommt der Gemeinde gut, denn rund 80 Prozent der Grundsteuer, egal ob von Motorola oder von einer fünfköpfigen Familie gezahlt, gehen in Schaumburgs Bildungseinrichtungen.

Und so ist die dreistöckige Stadtbücherei eines von vielen Vorzeigestücken der Stadt mit einem zur Verfügung stehenden Budget von 15 Millionen US-Dollar (etwa 10,5 Millionen Euro) pro Jahr. Es ist die zweitgrößte Bibliothek in Illinois, hat eine Million Besucher pro Jahr, 300 Angestellte, es gibt große Sektionen für die sechs in Schaumburg meistgesprochenen Sprachen neben Englisch, nämlich Spanisch, Polnisch, Hindi, Urdu, Japanisch und Chinesisch. Allein die Jugendabteilung umfasst 600 000 Bücher, es gibt eine Abteilung für körperlich behinderte Menschen mit speziellen Computern, ein Kindertheater, einen Werkraum, sein Bewerbungstraining kann man genauso absolvieren wie einen Sudoku-Kurs.

Beliebte Ratgeber: Wie schafft mein Kind die Schule?

In der Kinderabteilung werden allerdings auch gern Ratgeber ausgeliehen, die verraten, wie das eigene Kind in Schultests besonders gut abschneidet, damit es später den Sprung auf eine gute Schule schafft. Die Zahl der Kinder, die eigens auf diesen Zweck zugeschnittene Förderprogramme besuchen, liegt auch im recht wohlhabenden Schaumburg im hohen fünfstelligen Bereich.

„Das ändert sich derzeit mit der Obama-Regierung“, sagt Bibliotheksleiterin Stephanie Sarnoff. Der US-Präsident habe den starken Konkurrenzdruck aus dem amerikanischen Schulsystem genommen.

Auch die insgesamt 27 Schulen und die Universität des Bezirks profitieren von der Grundsteuer-Praxis und den Verkaufssteuern der Einzelhändler, 285 Millionen US-Dollar (rund 199 Millionen Euro) stehen dem Bezirk somit jährlich zur Verfügung.

So wird an der Blackwell-Grundschule zum Beispiel parallel in Englisch und Gebärdensprache unterrichtet: Obwohl nur zwölf der insgesamt 300 Schüler hier hörgeschädigt oder taub sind, sollen die Kinder integriert aufwachsen. Ebenso gibt es zahlreiche Grundschulen, an denen zweisprachig auf Englisch und Spanisch oder auch mal auf Japanisch unterrichtet wird.

Mythos Schaumburg

Seinen Stolz auf Schaumburg kann auch der (schwedischstämmige) Al Larson, seit 1987 Bürgermeister von Schaumburg und mit seinen 72 Jahren gerade zu weiteren vier Jahren im Amt vereidigt, nicht verbergen: Von einer „Schaumburg myth“, einem Schaumburger Mythos, der durch die USA gehe, spricht er. Dieser „Mythos“ hat seinen Ursprung vor allem in einer Tatsache: Die Einkaufsmöglichkeiten in Schaumburg sind beinahe unendlich.

Genauso wie das nahe Chicago ist auch Schaumburg ein Produkt sorgfältiger Stadtplanung: In den 60er Jahren griff der Stadtentwicklungsplan des damaligen Bürgermeisters, um aus dem eher ländlichen Schaumburg eine attraktive Stadt zu machen. Der Plan wurde mit der Eröffnung der „Woodfield Mall“ im Jahr 1971 beendet, Einzelhandel, Industrie und Wohnungsbau entwickelten sich überdurchschnittlich, ganze Stadtteile wurden von Grund auf renoviert, Ghettos wurden zu Parkanlagen umgestaltet.

In den 90er Jahren kamen neben mehr Gewerbe auch Restaurantketten und eine Schnellverbindung zum internationalen Flughafen O’Hare dazu, 2000 erfolgte die letzte große Baumaßnahme mit einem 30 000 Quadratmeter großen Messezentrum, gleichzeitig Designer-Hotel mit 500 Räumen.

Glaubt man Bürgermeister Larson, ist Schaumburgs Entwicklung noch nicht beendet: Folgen sollen noch ein Kulturzentrum sowie schnellere Verkehrsanbindungen nach Chicago. Gerade hat Schaumburg sein Baseballteam aufgelöst, es soll neu besetzt werden und besser spielen.

Kulturschock: Unvermeidbar

Keine Frage, die Dimensionen in den USA sind im Vergleich zu Deutschland ganz andere. Um diese Unterschiede aber nicht zu Grenzen werden zu lassen, sondern um „Brücken zu bauen“, wie sie es im eigenen Motto benennt, kümmert sich seit 1983 auf deutscher Seite die Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft (SDAG). Mal besuchen jugendliche Sportmannschaften oder Bands einander, mal einheitliche oder gemischte Berufsgruppen aus Polizisten, Feuerwehrleute oder Krankenpfleger.

Eine Art Kulturschock lässt sich wohl kaum vermeiden: Die USA sind ein Land, in dem Rassismus noch immer ein großes Thema ist und der Bürgerkrieg regelmäßig nachgespielt wird; in dem „gleich um die Ecke“ heißt, dass man eine Viertelstunde mit dem Auto braucht; in dem man sich in jedem Supermarkt leicht verlaufen kann; in dem viele Menschen nicht mehr wissen, wie eine lebendige Kuh aussieht.

Gleichzeitig ist der Aufenthalt in einer Gastfamilie, die sich ein Bein ausreißt, um dem deutschen Besuch die besten Seiten der eigenen Stadt und des eigenen Landes zu zeigen, eine Erfahrung, die einen nicht mehr loslässt. Und wenn es zurück ins eigene Land gehen soll, sind bislang bei jedem Abschied Tränen geflossen.

Informationen: Mehr Informationen über die SDAG gibt es unter http://www.sdag-shg.de.

Veröffentlicht in der Schaumburger Zeitung am 21.05.2011. Den Artikel gibt es hier.

Residents rake in thousands renting homes for Ryder Cup

By Marie Denecke

Golf fans by the score will be flocking to Medinah Country Club during Ryder Cup week. And many won’t be staying in hotels, but in the homes of area residents. This cottage industry, if you will, gives the locals a chance to accommodate guests from all over the world — while making good money in the process.

Monique and Russ Felker are renting out their 2,200-square-foot home for the four days of the international tournament pitting the best golfers from the U.S. against a European team.

The Felkers‘ home is within walking distance of the entrance to Medinah and has a direct view of the golf course. It also has a spacious living room, big screen TVs, pool table and a furnished patio. Although she wouldn’t say exactly how much rental income the family will receive, Monique Felker said that it will be enough to almost fully pay her three children’s private school tuition for next year.

The Felkers listed their property on a website devoted to the renting of homes for fans looking to attend big sporting events. People pitching their homes for a Ryder Cup stay are offering top-of-the-line amenities: fireplaces, Jacuzzis, pool tables, private bars, theater rooms — and in some cases, a maid, if requested. Those creature comforts come with a cost: $1,500 per night for a 2,000-square-foot home and $2,500 per night for a 4,000-square-foot home are typical offerings.

But one night in a high-end home can also cost up to $6,000 — although mostly, homeowners prefer not to communicate prices publicly.

“Home rentals have become a big business,” said Robert E. Hayes, chief executive officer of Phoenix-based Sports Event Rentals, which lists and finds properties for rent for more than 300 sporting events worldwide, including the Ryder Cup, the Super Bowl and the Olympic Games. Residents who want to offer their homes on the website, http://www.sportseventrentals.com, pay a one-time fee of $49.95.

Sports Events Rentals solicits business through search engine optimization, which improves the rank of a website when certain keywords are entered into search engines. And before specific events, Hayes said, the website is advertised in magazines tied to the event and in neighborhoods close to the event.

The Felkers put their house on the market in March, where it sat until a few weeks ago when a contract was signed allowing four golf fans to move in. So what happens to the Felker family during that week? They’re going camping in their mobile home trailer. While four strangers are living in their house, the Felker family, including three of their own kids and two Korean exchange students they are hosting, will be on the road.

“The kids are pretty excited,” said Monique Felker, and it’s about more than just the camping. The children’s rooms are being repainted and equipped with new furniture at the wish of the company renting the dwelling, which wanted the house to be more “adult friendly,” she said. Toys and personal items are being temporarily stored, something the children don’t like so much, Monique Felker said, noting the family picked up the tab of the remodeling.

The upcoming Ryder Cup isn’t the first opportunity for Medinah-area residents to rent out their homes. In fact, one of the online ads for this year’s tournament boasts that the home was rented to Tiger Woods during the 2006 PGA Championship held at Medinah. The couple running the ad were not available for comment. It’s unclear how many homes are being rented through such websites or in privately brokered deals. Local convention and tourism bureaus, which track hotel business, said they don’t monitor home rentals.

“It’s happening, but we don’t hear much about it,” said Dave Parulo, president of the Woodfield Chicago Northwest Convention Bureau in Schaumburg.

But just being ready to become a Ryder Cup landlord isn’t a guarantee it will happen. Addison resident James Duda said he noticed the home rental company’s advertisements on fliers and postcards. He decided to try to rent out his house “to make a little extra cash.” Friends of his had done it before, said Duda, and the family of four thought, “Why don’t we try it?”

So far, however, the family hasn’t been able to close on a contract, although they have had numerous inquiries. For their three-bedroom, 1,500-square-foot home, Duda is asking for $1,000 per night. That’s discounted from the higher price when the home was first put online, he said. “We had high expectations,” he said.

Maybe that’s proof one can never start to early in the sports home-rental business. Homeowners already are marketing their residences for the 2014 Ryder Cup in Scotland.

Veröffentlicht im Daily Herald am 4.9.2012. Den Artikel gibt es hier.

Barrington firm helps people find jobs

By Marie Denecke

When Beth McAndrews of Barrington decided to look for a job, she had been out of work for 13 years, raising four girls at home. That was in spring 2011, when the nation’s unemployment rate was still about 9 percent.

McAndrews, 47, hadn’t written a resume in that time and didn’t even have a copy of her old one. “I had to start all over again,” she said. “It was overwhelming.”

She is one of many women who have a college degree but have been out of work for a long time to raise their families. When they decide to go back to work, they face the challenge of re-entering a much-altered work world.

Today, however, McAndrews has a success story to tell. Not only did she get a job far sooner than she expected, but she also was able to find one for Janet VanZant, a Deer Park resident who was in a very similar position, having been out of work for 12 years to raise four daughters.

According to Chris Campbell, executive director of CareerPlace, a career counseling center in Barrington that McAndrews worked with, her approach was sound and holds lessons for others who are out of work or re-entering the workforce after a long lapse.

McAndrews said her oldest daughter, 18, recently got into college, and with three girls in high school, the youngest being 14, “we have to pay a lot of tuition. I knew I could help with that.”

When she started her job search, however, the task seemed daunting: Not only had it been a long time since she held a job, the whole process of finding one had changed.

Networking is now mostly online through resources such as LinkedIn; Twitter is just one example of the new ways of communication.

“When I left my last job, I didn’t even have a cellphone,” said McAndrews.

To avoid facing the process alone, McAndrews signed up at CareerPlace, where she especially connected with counselor Ana Trbojevich, who helped her put together a resume and prep for interviews.

“Making 13 years (of not having a job) look like something was hard,” said McAndrews. However, while raising four children, McAndrews had kept busy, volunteering for different organizations and taking computer classes.

It took her only half a year, two applications and one interview to get the job she is happy with: treasurer for Deer Park.

Once there, she learned about another open position, for a part-time administrative assistant.

“I instantly thought: That position needs to be posted,” said McAndrews. She contacted CareerPlace.

It didn’t take long for that offer to get to Janet VanZant, 46, who has an MBA in finance but went without a paying job for 12 years to raise her daughters.

She came to CareerPlace in January 2012 and saw the Deer Park job position, posted by McAndrews, on LinkedIn. After she applied, it took only two days for her to get invited for an interview, and after only a few days, she was offered the job.

“Everything just came together,” said VanZant. She now works from 9 a.m. until 3 p.m., hours that her youngest, a 3-year-old daughter, spends in day care.

Campbell said both women were wise not to try to find another job all alone, but to get professional training and advice.

“People need to be ‚findable,’” said Campbell, meaning they should use professional career platforms like LinkedIn to present themselves and their resumes online. But personal contact, networking and recommendations from others also are still important — a factor that young people sometimes underestimate, he said.

CareerPlace, formed in 1994, is a career center with an average of 300 clients from 80 communities. Clients pay $100 a year, said Campbell; the rest of the cost — $500 per client — comes via donors and fundraising.

Clients sign up for “modules,” packages of 15 courses that build on one another, including personal sessions and interview training. Most of the more than 50 coaches are volunteers.

Campbell, 62, became executive director about a month ago, replacing Monica Keene, who left after seven years. He was a client himself at CareerPlace six years ago, when the publishing company he worked for downsized and he lost his job as the senior vice president of marketing.

“It was unlikely I would find another job” in that field, said Campbell.

A coach told him that he should follow his passion. He engaged in what he calls a “portfolio career,” doing several things at the same time. He started a consulting firm, became a key figure in a networking group, and started commission furniture and real estate businesses.

He called the transition period “painful,” but worth it: “I am fortunate to be able to do the things that I love to do.”

More information about CareerPlace is on their website, mycareerplace.org.

Veröffentlicht im Daily Herald am 10.09.2012. Den Artikel gibt es hier.

Arlington Hts. bookmobile more than a mobile library

By Marie Denecke

When Harold Goldstein of the University of Illinois wrote in 1961 that bookmobiles could be “no more than an ancillary arm of the main institutions, serving as long as better agencies are not available,” he was proved right in most cases.

Bookmobiles in the Northwest suburbs mostly have been put to rest, three in the last two years alone, done in by the opening of branch libraries and the mechanical issues that can plague the vehicles.

However, after 39 years the bookmobile of the Arlington Heights Memorial Library is still going strong: It makes about 50 stops per month, carries 4,000 items and counts roughly 1,800 customers every month. Arlington Heights is one of six libraries that still operate bookmobiles in the area, next to Palatine, Cook Memorial in Libertyville, Warren-Newport in Gurnee, Skokie and Aurora.

What the bookmobile offers is proximity in more than one sense. Not only is it a library on wheels, it is also the place for personal contact — to meet and chat with neighbors, other customers and the bookmobile staff.

“A lot of people are asking for recommendations,” said Amy Henkels, who started working on the bookmobile three years ago and loves talking with customers, many of whom use it every time it makes a stop close to where they live.

Henkels herself has a history with the bookmobile, having been a regular visitor since she was a child.

Each month, the bookmobile stops at 29 places in Arlington Heights — twice at most of them, and three or four times at a few. Stops are usually close to schools, parks, elderly homes or apartment complexes.

“At our busiest stops, we get 60 or 70 people within one hour,” said bookmobile supervisor Teri Scallon.

She is one of three members of the library staff who acquired a special drivers license to be able to drive the bookmobile. They are supported by two other members, one of them Henkels, who sit in the back of the bus and help with checkouts.

On a recent Wednesday afternoon, the bookmobile stopped in front of Greens Park close to Olive-Mary Stitt School and it didn’t take long for people to gather and step inside.

For Michele Bozikis, it was her first visit to the bookmobile. Her son Jake, 4, wanted to show it to her after friends took him along on a visit.

“Usually we go to the library once a week, but this time, we wanted to see the bookmobile,” says Bozikis. And Jake does not leave empty-handed, choosing several books and Nintendo games to take home with him.

The bookmobile’s offerings include DVDs, CDs and Nintendo games. The biggest section is the “latest and greatest” section that holds the newest books. The mobile library houses from almost any genre including kids, teen or cookbooks.

“He just walked in and his eyes widened,” Liz Wojtkowski, 58, said of the first bookmobile visit by her 3-year-old grandson Tyler. While Tyler pulled out one children’s book after the other to take home, his grandmother checked out a few DVDs for herself.

On the bookmobile, DVDs can be checked out for two weeks as opposed to the one-week-deadline at the main library. Checked-out items can be returned either when the bookmobile comes around again or at the main library. Customers can also place a hold on an item from the main library and staff will bring it out to them with the bookmobile.

“I just love it,” Wojtkowski said.

Tanja Hamilton, 69, comes out every time the bookmobile stops at Greens Park. “I usually take one book home with me, sometimes two or three.”

The stop is not far from her home, Hamilton said, and the selection is appealing.

The Arlington Heights Memorial Library bookmobile is one of the few still operating. Out of the 12 libraries that used to have them in the suburbs, only four still have them today, said Scallon, the bookmobile supervisor.

One of the latest libraries to bid its bookmobile farewell was Des Plaines in December 2011. The library faced the decision of paying $20,000 for a new engine, $5,000 more than the 16-year-old bus was actually worth, or paying $350,000 for a new bus. Neither option seemed financially responsible to the officials, so they decided to drop the program.

And 18 months earlier, in June 2010, Indian Trails Public Library District serving the Wheeling/Prospect Heights area shut down its bookmobile service because of continuing mechanical problems.

So far, no such fate is likely in Arlington Heights.

“Oh no, there is no end in sight,” said Deb Whisler, director of communications and marketing for the library.

The key reason the bookmobile is still going strong in Arlington Heights is that the library does not have branch libraries, unlike some of the other bigger suburbs, Whisler said. Especially for those who cannot make it to the main library at 500 N. Dunton Ave., the bookmobile holds true value.

“Through the bookmobile, we serve all the parts of the community,” Whisler said. The bookmobile also travels to community events like Picnic in the Park and Autumn Harvest.

Its popularity is reflected in its use. During the past 10 years, nine have seen an increase in circulation, said Jeremy Andrykowski, senior manager of customer services. This August, for example, circulation was up 14 percent from the same month last year. During the last fiscal year, 83,781 items were checked out, Andrykowski said.

The current bookmobile is three years old, was designed according to the library’s wishes, has wheelchair access and runs on “green” resources, using biodiesel fuel, battery packs and sunroofs. How much money the library spends to provide bookmobile service, however, is not clear, as a cost/benefit analysis for it hasn’t been done in recent years, Andrykowski said.

The American Library Association estimates there are 900 bookmobiles still operating in the country. The special service is marked by National Bookmobile Day, celebrated during National Library Week in April.

Veröffentlicht im Daily Herald am 14.09.2012. Den Artikel gibt es hier.

Banker – noch immer ein Traumjob? Das Interview

Handeln Banker moralisch? Wie könnte unser Finanzsystem ethisch werden? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Klaus Steigleder. Er ist Philosophie-Professor an der Ruhr-Universität Bochum und forscht unter anderem über Wirtschaftsethik.

Von Marie Denecke

“Für die Wirtschaft sind Finanzmärkte unverzichtbar”, sagt Prof. Dr. Klaus Steigleder ganz zu Anfang. “Daher haben sie auch eine moralische Relevanz.” “Verklären”, sagt er, dürfe man die Finanzmärkte, diese undurchschaubaren Geflechte von finanziellen Transaktionen und Orten, an denen täglich Milliarden Euro, Dollar und Yen gehandelt, gewonnen oder verloren werden, aber nicht. Vielmehr sei es wichtig zu fragen: Inwiefern bringen die Finanzmärkte einen Nutzen für die Realwirtschaft, die Wirtschaft, die jeden von uns betrifft? Und: Wie nachhaltig und effizient sind sie?

Letztere Frage kann Steigleder selbst beantworten: “Der Finanzmarkt ist instabiler geworden.” Risiken hätten zugenommen, und das sei “moralisch bedenklich”, denn: “Diese Risiken bedrohen Unbeteiligte.” Unbeteiligte, das sind die “kleinen Leute”, diejenigen zum Beispiel, die ihr Geld in die Obhut von Banken gegeben haben.

Banken werden gerettet – und handeln so

Steigleder sieht das Risiko klar bei den Finanzinstitutionen, also zum Beispiel Banken. Solche, die “too big to fail” seien, also zu groß und zu (vermeintlich?) systemrelevant, als dass ein Staat sie pleite gehen lassen würde, handelten auch in diesem Bewusstsein, dass sie nicht Pleite gehen können. Doch die Gewinne, die diese Banken einfahren, sagt Steigleder, die seien privatisiert, sie werden also nicht mit der Öffentlichkeit, die schließlich für die Rettung der Banken aufkommt, geteilt.

Wie kann man solchen sogenannten Systemrisiken begegnen? “Das geht nur auf makroethischer Ebene”, so Steigleder. Will heißen: nur im großen Rahmen, etwa über die Politik oder über Staaten, nicht aber, indem man versucht, bei Banken oder etwa einzelnen Bankern Einfluss zu nehmen. “Es ist nicht die Aufgabe der Wirtschaftsethik, individuelle Appelle auszusprechen”, sagt Steigleder. Dass einzelne Menschen im Finanzsystem, zum Beispiel Banker, kriminell handelten, daran glaubt er nicht: “Sie handeln so, wie es von ihnen erwartet wird.”

“Es muss Spielregeln geben”

Nein, es müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, “die den Schaden abwenden, wenn Einzelne nicht moralisch handeln”, so Steigleder. Und wie sollen diese veränderten Rahmenbedingungen aussehen? Steigleder zählt verschiedene Möglichkeiten auf: Finanzinstitutionen (also: Banken) verkleinern, bestimmte Finanzinstrumente (zum Beispiel Risikogeschäfte) verbieten, eine Art TÜV für Finanzinstrumente einführen oder die Vergütung von Bankern ändern. Und: “Die Risiken müssen von denen getragen werden, die sie eingehen”, sagt Steigleder.

Es müsse “Spielregeln” geben, die für alle gelten. Doch die müssten erst erarbeitet werden. “Es wäre wichtig, dass es Kooperationen gibt”, dass sich zum Beispiel Ethik-Forscher mit Wirtschafts- und Politikwissenschaftlern an einen Tisch setzten, Forschergruppen bildeten. “Vielleicht ist das ein bisschen optimistisch”, sagt Steigleder, “aber ich glaube, dass wir weiterkommen könnten, wenn man die drängendsten Fragen in so unterschiedlicher Weise diskutieren würde.”

Doch auch wenn er seine Ideen als optimistisch einstuft, seine Bewertung unserer aktuellen Lage ist es nicht. Denn dass die Krise ein sogenannter “perfect storm” gewesen sei, also ein einmaliges, katastrophales Ereignis, glaubt er nicht: “Wir befinden uns noch mittendrin.”

Und bei allen Wünschen für ein besseres, regulierteres, moralischeres Finanzsystem gibt Steigleder zu bedenken: “Ich glaube, es hat sich gar nichts geändert durch die Finanzkrise. Das muss man deutlich sagen.”

Veröffentlicht am 20.06.2012 auf http://www.pflichtlektuere.com. Den Artikel gibt es hier.

Banker – ein Traumjob?

“Wirtschaftswissenschaften”, oder noch besser: “Management and Economics”. Wer studiert denn das bloß? In Zeiten der Finanzkrise? Ob gewollt oder ungewollt kommt einem da sicherlich schnell der Gedanke: Aha, der wird mal Banker. Ein Mensch ohne Gewissen. Der viel Kohle hat, aber keine Moral.

Von Marie Denecke

“In der Schublade ist man drin, da kommt man nicht mehr raus”, sagt Markus Müller. Er ist 25 und macht derzeit seinen Bachelor an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) in “Management and Economics”. Heute ist er mit drei seiner Kommilitonen an die Fakultät gekommen, um mit pflichtlektuere.com darüber zu sprechen, wie er eigentlich aussieht, der Berufstraum eines heutigen Wirtschaftsstudenten. Ist die Börse ein Traumarbeitsplatz, ein Traumjob?

“Mein Berufswunsch hat sich nicht geändert”, sagt Matthias Musholt, 24. “Gegenüber jedem Beruf gibt es Vorurteile. Man wird so oder so einfach abgestempelt.” Auch wenn er nicht unbedingt eine leitende Position in einer Bank haben möchte – als Wirtschaftsprüfer zu arbeiten, könne er sich genauso vorstellen. Bachelor-Student Markus kann sich jedoch vorstellen, Banker zu werden. “Hinter dem Begriff Banker steckt mehr als nur Finanzgeschäfte”, sagt er. Durch die Krise ergäben sich hier sogar neue Möglichkeiten: “Die neuen Vorschriften führen dazu, dass mehr Leute gebraucht werden.”

“Wir haben die Chance, uns einzubringen”

“Bankgeschäfte machen”, das könne er sich beruflich vorstellen, sagt Sascha Tobias Wengerek. Da habe die Krise nichts geändert – aber in einem sozialen Feld zu arbeiten, könne er sich ebenso vorstellen. Der 24-Jährige steckt derzeit mitten in seinem Master in “Management and Economics” an der RUB. In einem Jahr wird er fertig sein. Er hat 2008 angefangen zu studieren, “das war gerade der Anfang der Krise”, erinnert er sich. Er sehe die Krise als “Chance”: “Wir haben jetzt die Chance, uns einzubringen.” Im Studium habe er gelernt, wie die Krise aufgebaut ist, welche Strukturen und Prozesse dazu geführt haben, was sich jetzt geändert hat, er nennt die Stichworte Basel III und MaRisk, Instrumente zur Bankenregulierung und zum Schutz der Anleger.

Wie es zu der Krise gekommen ist, das haben Marco Muschallik, Markus Müller und Matthias Musholt noch nicht im Studium gelernt – sie stecken noch mitten in ihrem Bachelor und lernen gerade erst die Grundlagen, “Banking and Finance” etwa. Doch auch sie machen sich ihre Gedanken über die Krise. “Die Krise hat Regulierungen vorangebracht. Das ist positiv”, sagt Matthias rückblickend.

Doch für das Ansehen der Menschen, die mit dem Bankwesen zu tun haben, hat sie eher Schlechtes gebracht. Nicht jeder, der im Bankwesen arbeitet, ist schließlich Banker oder Börsianer, nicht jeder hat gleich mit Unsummen von Geld zu tun oder setzt das Geld von Bankkunden ein, um mit riskanten Finanzgeschäften zu spekulieren. Trotzdem: Seit Ausbruch der Krise schmeißen viele Menschen das alles in einen Topf.

Das kann Matthias bestätigen: Er hat im Jahr 2007 mit seiner Lehre im Bankwesen angefangen. Und mit Vorurteilen sei er zu Zeiten der Krise oft konfrontiert worden, beispielsweise dass Banker oder auch einfache Bankangestellte wie Matthias, die bei einer Genossenschaftsbank ihre Lehre machten, ihr “Geld verzocken” würden, erzählt der Student. “Sogar bei ganz einfachen Überweisungen.” Doch der Coesfelder zeigt Verständnis: “Die Leute hatten einfach Angst um ihr Geld. Gerade ältere Leute, die so eine Krise vielleicht schon mal miterlebt haben.” Er habe dann versucht, sie zu beruhigen.

Auch Markus hat schon eine Banklehre bei der Sparkasse absolviert. Da habe es von den Kunden oft Seitenhiebe der Art gegeben, dass “Banker alle schlecht” seien, erzählt er. “Das habe ich auch im Bekanntenkreis gemerkt”, sagt Markus. “Man wird direkt in eine Schublade gesteckt.”

“Banken müssen offener werden”

“Für die Leute ist es einfach, auf Banken einzuschlagen”, sagt Bachelor-Student Marco, 21. “Aber sind denn wirklich nur die Banken schuld?” Warum, fragt er, hätten die Banken denn solche Freiräume gehabt? Auch die Politik trage Schuld an der Krise. Zu intransparent sei das Bankengeschäft, kritisiert Sascha. “Die Leute verstehen nicht, was Banker tatsächlich tun.” Er fordert: Die Banken müssen offener werden, mehr kommunizieren.

Und die Proteste auf der Straße, die “Occupy”-Bewegung oder “Blockupy Frankfurt”? “Den Frust kann ich nachvollziehen”, sagt Sascha. “Bei den Bankgeschäften geht es schließlich um Milliardensummen. Und die Proteste zwingen die Politik dazu, über Regularien nachzudenken.” Auch Matthias schüttelt den Kopf über die Unsummen, um die es bei den Finanzgeschäften geht. “Man muss sich mal überlegen, was Banker verdienen, und was für Geld sie gleichzeitig verbrannt haben!”

“Das sind Extrembeispiele”, gibt Markus zu bedenken. “Bankkaufleute zum Beispiel verdienen nicht viel.” Auch Marco sieht Positives in den Protesten: “Eine bessere Regulierung der Bankgeschäfte ist ein unheimlich schwieriger Prozess, der über Jahre dauert. Damit der Prozess aber nicht einschläft, brauchen wir solche Proteste. Man sollte nur nicht auf einige wenige einkloppen.”

Doch genau diese Proteste und die Berichterstattung darüber könnten sich negativ auswirken. “Bankgeschäfte funktionieren durch Erwartungen. Und genau die werden durch die Medien und die Politik beeinflusst”, gibt Marco zu bedenken.  “Der Protest verunsichert die Leute”, sagt Sascha.

Erst Sicherheit – jetzt wieder Risiko

Doch auch wir seien schuld an der Krise, wirft Matthias ein – wir alle. “Die Leute wollen doch immer mehr Rendite. Teilweise achten sie nicht mehr drauf, worin sie investieren.” Die Banken, sagt Marco, böten dann Finanzprodukte, die “die Leute auch haben wollen” – und die sie selbst irgendwann nicht mehr durchblickten, so Sascha. “Während der Krise hat man gemerkt: Die Leute gingen voll auf Sicherheit”, erzählt Markus. “Aber jetzt ändert sich das wieder.”

“Schon jetzt bieten manche Banken wieder vier Prozent Zinsen für Festgeld. Da fragt man sich doch: Wie machen die das?”, sagt Matthias ungläubig. Auch Sascha sieht für die Zukunft eher schwarz: “Die Gier ist einfach zu groß.”

In risikoreiche Geschäfte haben die vier Wirtschaftsstudenten übrigens nicht investiert, nicht einmal Aktien besitzen sie. “Ich habe zum Beispiel immer noch das klassische Sparbuch”, sagt Marco mit einem Lachen. Vielleicht ist das auch die bessere Methode.

Veröffentlicht am 20.06.2012 am http://www.pflichtlektuere.com. Den Artikel gibt es hier.