Klarkalte Freiheit

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Unverhoffte Freiheit, im februarkalten Wasser. Foto: Pixabay

Outdoor vor der Haustür, Teil 1:

Es ist so verdammt kalt, dass kurz der Atem stockt. Das hier ist ein Außenbecken – wie kann das Wasser bloß so kalt sein? Wenn die Luft, jetzt im Februar, sowieso eisig ist?

Doch es hilft nichts, ich bin drin. Stehe bis zu den Schultern im eiskalten Wasser des bekannten Kellinghusenbades in Hamburg.

Nach einem (gefühlt) langen Tag im Büro und ätzenden Kreuzschmerzen könnte schwimmen genau das Richtige sein, dachte ich. In einem Bad mit hohen Decken, schöner Musik vom CD-Player, stimmungsvollem Licht. Und einem Außenbecken, das so kalt ist, dass man nur zwei Optionen hat: kreischend fliehen oder die Kälte mit offenen Armen empfangen.

Ich habe gelernt: Je schneller man sich der Kälte stellt, desto schneller gewöhnt sich der Körper an sie. Ich tauche also ein und ziehe stur meine Bahnen. Allmählich vergesse ich die Kälte.

Und, siehe da: Alles transformiert sich.

Das Wasser strahlt in hellstem Blau. Lagunenfarben abgesetzt zum nachtschwarzen Februarhimmel. Dampfschwaden ziehen wie flüchtige Erinnerungen über die Wasseroberfläche. Es regnet, und die Tropfen zerbrechen das glatte Wasser wie feines Glas.

Wind kommt auf. Klarkalter Regen perlt von meinen Wangen. Weit weg scheinen die Lichter der Stadt. Ich atme ein. Und atme aus. Und wieder ein.

Und es ist wie ein kleines Stück Freiheit, so unverhofft an diesem Donnerstagabend.

SOUNDTRACK

P.S.: Das ist der Soundtrack dazu: „To build a home“ (öffnet YouTube-Link), von The Cinematic Orchestra.

 

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